Duftstoff-Allergie – jeder fünfzigste Europäer betroffen | Medizin

Immer mehr Menschen vertragen Parfüms, Deos oder Shampoos & Co nicht, weil sie allergisch auf die enthaltenen Duftstoffe reagieren. Wie hoch das tatsächliche Allergiepotential entsprechender Kosmetika ist, untersuchten Dermatologen der Universität Heidelberg.

Etwa 12.400 Probanden aus Deutschland, Italien, Niederlanden, Schweden und Portugal nahmen an einer entsprechenden Befragung teil. Zusätzlich unterzogen sich 3.100 Studienteilnehmer davon einem sogenannten Patchtest, mit dessen Hilfe man eine Allergie bestimmen kann.

Im Ergebnis zeigte sich, dass 37 % der Befragten keine Kosmetika aufgrund bestimmter Unverträglichkeiten verwendeten. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um Deos, gefolgt von Hautcremes, Lidschatten und Parfüms. Selbst Produkte, die nach der Anwendung wieder abgewaschen werden wie Duschgels, Shampoos, Haarfärbemittel oder Zahnpasta, führten bei jedem fünften Befragten zu Unverträglichkeiten. Auch Waschmittel, Spül- und andere Reinigungsmittel verursachten entsprechende Verträglichkeitsprobleme.

Mit Hilfe von speziellen Hauttests konnten ebenfalls allergische Reaktionen auf enthaltene Duftstoffe belegt werden. Interessanterweise waren entsprechende allergische Reaktionen bei den Frauen um das Doppelte erhöht im Vergleich zu den Männern.

Zu den Duftstoff-Hauptallergenen zählen sogenannte HICC-Duftstoffe, Atranol und Chloratranol. Mittlerweile verursachen sie derart häufig Allergien, dass die EU-Kommission anstrebt, den Einsatz dieser als „nicht sicher“ eingestuften Verbindungen EU-weit zu verbieten. Zudem stehen zwölf weitere chemische und acht natürliche Duftstoffe auf der Liste der „besonders bedenklichen“ Stoffe.

 


T.L. Diepgen et.al.
Prevalence of fragrance contact allergy in the general population of five European countries: a cross-sectional study
British Journal of Dermatology 11/2015