Darmflora beeinflusst psychomentale Gesundheit

Der Einfluss der menschlichen Darmflora auf die psychomentale Gesundheit ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Wissenschaftler vermuten eine direkte Kommunikations-Achse zwischen dem Darm und dem Gehirn. Bisher fehlen jedoch eindeutige Beweise für die Übertragbarkeit auf den Menschen, da der Großteil der Erkenntnisse auf Tiermodellen basiert. In einer großen Bevölkerungskohorte aus Finnland wurden die umfangreichen Datensätze von 1.054 Teilnehmern des Flemish Gut Flora Project ausgewertet. Die Wissenschaftler untersuchten den Einfluss der Mikrobiomzusammensetzung auf die Lebensqualität und das Risiko für Depressionen des jeweiligen Teilnehmers.

Die Wissenschaftler konnten tatsächlich eindeutige Zusammenhänge zwischen der Zusammensetzung der Darmflora und den untersuchten Parametern feststellen. Teilnehmer mit einer Depression wiesen deutlich geringere Mengen der Bakterien Coprococcus und Dialister im Fäzes auf als Gesunde. Ebenso war das Vorkommen von Butyrat produzierender Faecali- und Coprococcusbakterien mit der Ausprägung einer hohen Lebensqualität assoziiert.

Die aktuelle Studie erhärtet die These, dass die Erkenntnisse zur Bedeutung der Darmflora aus Tiermodellen auch auf den Menschen übertragbar sind.

Valles-Colomer M, Falony G, Darzi Y, Tigchelaar EF, Wang J, Tito RY, Schiweck C, Kurilshikov A, Joossens M, Wijmenga C, Claes S, Van Oudenhove L, Zhernakova A, Vieira-Silva S, Raes J. 
The neuroactive potential of the human gut microbiota in quality of life and depression.
Nat Microbiol. 4/2019; 4(4): 623-32. 

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